Staudengärtnerei De Hessenhof

Staudengärtnerei "De Hessenhof"
Helleborus- und Waldpflanzentage Samstag 25 Februar 2017





Eintritt frei


Letztes Jahr waren wir etwas zu enthusiastisch mit dem Organisieren der ersten Helleborustage nach dreijähriger Pause. Aber 2014 können wir bedenkenlos sagen: "Kommen Sie!" In unserem Gewächshaus befinden sich nämlich 4000 große Pflanzen, die 2014 in voller Blüte stehen werden.
Die Pause war notwendig, weil wir bestimmte Krankheiten, die in anderen Betrieben mit chemischen Pflanzenschutzmitteln unterdrückt werden, auf eine natürliche biologische Weise bekämpfen wollen. Ein wichtiger Teil davon ist es, Resistenz einzukreuzen. Und das bedeutet, streng auf Gesundheit zu selektieren, was zur Folge hat, dass selbst leicht befallene Pflanzen weggeworfen werden müssen. Und das haben wir in den vergangenen Jahren getan – mit dem Wissen, dass wenn wir die widerstandsfähigen Pflanzen mit neuem Material aus der Natur kreuzen, gesunde und wachstumsfreudige Helleborus anbieten können. Und das ist ein großer Unterschied zu den überall angebotenen optisch einwandfrei aussehenden Pflanzen, die aber bei genauerem Hinsehen weiße Flecken von Spritzmitteln auf ihren Blättern haben. Da momentan noch keine giftfreien Helleborus auf dem Markt zu finden sind, sind wir besonders stolz darauf als erste zertifiziert biologische Helleborus anbieten zu können.
Während der Helleborustage hält Hans Kramer zweimal täglich (11.30 und 14.30 Uhr) einen Vortrag über Helleborus und zeitige Frühjahrsblüher. Dabei werden Sie etwas über Sortenwahl, Versorgung, Standort, Vermehrung, sowie über neue Entwicklungen erfahren.
Auch Jaap Duijs wird mit einer schönen Sammlung verschiedenster Zwiebelgewächse im Topf anwesend sein. Es besteht die Möglichkeit sich in unserem Verkaufsgebäude bei Kaffee, belegten Brötchen und Erbsensuppe aufzuwärmen.
Genug Zutaten für einen erfolgreichen Pflanzentag – sicher wenn Sie auch noch den Schneeglöckchentagen in der Boschhoeve, die zur selben Zeit stattfinden, einen Besuch abstatten!


Wir freuen uns auf ein baldiges Wiedersehen!

Miranda und Hans Kramer

Bitte schauen Sie bevor Sie kommen auf unsere Website, ob die Pflanzen tatsächlich blühen!





Wir haben die letzten drei Jahre nicht stillgesessen!


Der Grund weshalb Helleborus oft nicht den Erwartungen entsprechen ist, dass das Pflanzenmaterial was derzeit in West-Europa im Umlauf ist, nur eine sehr kleine Basis an Gen-Material hat. Mit anderen Worten: Es hat Inzucht stattgefunden, wodurch die Pflanzen anfällig für Krankheiten geworden sind und oft Abweichungen zeigen. Es ist zu vergleichen mit durchgezüchteten Rassehunden. In der Tageszeitung NRC von Januar 2012 schrieb ein Tierarzt, dass das Züchten von Rassehunden eigentlich verboten werden muss. Das geht vielleicht zu weit, aber man kann sicher Parallelen sehen. Gerade durch die Massenvermehrung zeigen sich diese Art von Mängeln. Die verschiedensten Bakterien- und Pilzkrankheiten wie z.B. die Blattfleckenkrankheit, falscher Mehltau und der sogenannte "Black Death" treten auf. Dies wird im normalen Handel durch eine Vielzahl von Pflanzenschutzmitteln unterdrückt und dadurch, dass die Pflanzen unter den optimalsten Bedingungen groß gezogen werden. Das bedeutet in einem computergesteuerten Gewächshaus, wo die Pflanzen trocken bleiben und rechtzeitig gegen die Sonne geschützt werden. Darüberhinaus wird stark mit Fungiziden gespritzt. Ungespritzte Helleboruspflanzen sind beinahe nicht zu kaufen. Helleborus sind ein Massenprodukt geworden. Sie werden überall angeboten – vom Supermarkt bis hin zu Tankstellen. Mit allen negativen Folgen. Es geht dabei um jeden Cent, um die Pflanzen so schnell und billig wie möglich zu produzieren. Viele Pflanzen stammen aus der Gewebekultur und werden danach so künstlich hochgetrieben, dass man fast schon von einer "Turbopflanze, die an einer Infusion gelegen hat" sprechen kann. Wenn sie danach in den Boden gepflanzt wird – in lebende Erde, mit allerlei Mikroorganismen, Pilzen und anderen Lebewesen – weiß die Pflanze nicht wie ihr geschieht. Sie gibt dann oftmals schnell den Geist auf. Die Pflanze ist zu einem Deko-Stück geworden, das weggeworfen wird sobald es ausgeblüht ist. Und das ist genau das, was der Großhandel gerne sieht. Und leider nehmen viele Konsumenten gerne damit vorlieb.




Weil wir seit sechs Jahren kein Gift mehr spritzen (seit August 2010 sind wir biologisch SKAL-zertifiziert), stoßen wir auf obengenannte Probleme. Wir haben alle befallenen Pflanzen radikal weggeworfen. Darunter auch Mutterpflanzen, die schon jahrelang in unserem Besitz waren. Wir haben dies mit blutendem Herzen getan, aber im Vordergrund steht, dass die Pflanzen ohne chemische Pflanzenschutzmittel gesund bleiben müssen. Wir kreuzen nun neues Material aus dem Kaukasus (H. orientalis) und aus Bosnien (H. torquatuus) ein, um mit neuem Blut stärkere und gesündere Pflanzen zu bekommen. Wir werden oft gefragt, wie wir das machen: Sehr gut funktioniert es, wenn man die gewünschte Blüte pflückt, diese in einem Tupperwarebehälter bewahrt und zuhause in der Küche wieder erwärmt. Der Pollen ist dann schnell reif (pulverig), wodurch man ihn mit der Mutterpflanze kreuzen kann. So hat man mit einem Schlag neues Blut. Nach drei Jahren beginnen die ersten Pflanzen zu blühen. Wir sind sehr gespannt. Aber letztendlich ist es dadurch möglich ein fantastisches Sortiment biologischer Helleborus in allen Farben und Formen zu produzieren. Und damit sind wir – soweit wir wissen – die ersten in Europa!





Miranda en Hans Kramer